Hendi Dörrautomat

Ca. 129 Euro
8.6

Verarbeitung

9.0/10

Fassungsvermögen

9.5/10

Funktionen

8.0/10

Stromverbrauch

8.0/10

Preis-Leistung

8.7/10

Vorteile

  • Reinigung ist einfach
  • Leises Betriebsgeräusch
  • Simple Bedienung
  • Enormes Fassungsvermögen
  • Gutes Dörrergebnis

Nachteile

  • Keine Zeitschaltuhr
  • Nimmt viel Platz weg

Mit dem Hendi Dörrautomat will der niederländische Food Service Equipment Hersteller ein professionelles Dörrgerät für etwas mehr als 100 Euro bieten. Ob sich das Gerät im Hands-on-Test behaupten kann, haben wir in den letzten Wochen persönlich herausgefunden.

Erster Eindruck und Verarbeitung

Der Hendi Dörrautomat (wir testen die Variante mit sechs Schubladen, es gibt aber auch eine Variante mit 9 Schubladen) ist auf den ersten Blick ein großer Vertreter seines Fachs. Das wuchtige Dörrgerät ist eines der günstigeren Geräte mit Einschubsystem (anstatt des üblichen Stapelsystems). Es nimmt viel Platz in der Küche ein, bietet dafür aber auch jede Menge Dörrfläche. Das Plastikgehäuse ist sehr gut verarbeitet, gleiches gilt für die sechs Edelstahl-Einschübe. Gerade letzteres ist extrem wichtig, da dieser Teil des Dörrautomaten im Laufe der Zeit am meisten beansprucht wird und deswegen widerstandsfähig sein muss.

Die Feingliedrigkeit der Auflagen weiß ebenfalls zu gefallen. Nicht zu groß, so dass auch Kräuter nicht einfach durchfallen, und nicht zu klein, dass der Putzvorgang erschwert wird, weil ständig irgendetwas in den Ritzen stecken bleibt. Für den Boden gibt es eine Art Auffangschüssel, die etwaige Überreste auffängt und somit dafür sorgt, dass das Innere des Dörrgeräts sehr selten geputzt werden muss. Die Tür des Dörrautomaten ist dann wieder komplett aus Plastik und wird von oben in das Gerät geschoben, um den Dörrautomaten zu verschließen. Es ist der einzige Teil, der etwas wackelig wirkt. Das trübt den ansonsten positiven Eindruck aber kaum. Das Gerät ist übrigens komplett BPA-frei und somit für jedwede Lebensmittel unbedenklich.

Der Temperaturbereich des Hendi Dörrautomaten ist gut gewählt und liegt zwischen 35 und 70 Grad. Ein stufenloser Drehschalter steht für die Einstellung zur Verfügung. Eine Zeitschaltuhr hat das Gerät leider nicht. Die Lüftung sitzt am hinteren Ende des Geräts. Ein Ventilator sorgt für die Verteilung im Gehäuse, Luftschlitze an der Oberseite dafür, dass die entweichende Feuchtigkeit einen Ausweg hat. Dieses horizontale Lüftungssystem findet man für gewöhnlich vor allem im teureren Preissegment und macht uns zunächst neugierig. Wie gleichmäßig klappt die Trocknung?

Der restliche Lieferumfang ist nicht der Rede wert. Immerhin: Am Gehäuse selbst stehen grobe Richtwerte, bei welcher Temperatur welches Lebensmittel gedörrt werden sollte. Außerdem gibt es eine Plastikauflage für Kräuter.

Anwendung

Vor dem ersten Gebrauch sollte der Dörrautomat von Hendi (wie alle anderen Geräte auch) mindestens eine halbe Stunde ohne Inhalt auf voller Last laufen, um etwaige Gerüche loszuwerden. Allerdings können wir keine derartigen Gerüche feststellen, was für den Automaten spricht, denn das kennen wir auch anders.

Dann kann es endlich losgehen und wir können den Hendi mit allerlei Dörrgut füllen. Wir probieren Ananas, Kiwis und Tomaten aus (nicht in einem Dörrvorgang 🙂 ). Die herausziehbaren Einschübe sind dabei praktisch, und lassen sich alle nacheinander befüllen und dann, wie bei einem Backofen, hineinschieben. Der Etagenabstand ist recht gering, genügt aber, um auch größere Stücke unterzubringen.

Nun muss nur noch die Temperatur eingestellt werden und dann kann es noch losgehen. Ein leichtes Säuseln erhebt sich. Insgesamt ist die Lautstärke im Vergleich zu anderen Dörrautomaten als gering zu bezeichnen, wenn auch nicht als wirklich leise. Am ehesten lässt sich das Betriebsgeräusch mit einem Ventilator auf mittlerer bis hoher Stufe vergleichen. Es ist allerdings ein sehr angenehmes und vor allem gleichbleibendes Geräusch. Durch die durchsichtige Tür kann der Dörrfortschritt begutachtet werden. Es muss also nicht jedes Mal der Dörrautomat geöffnet und die Einschübe hervorgeholt werden.

Wir messen die Temperatur. Im hinteren Teil des Dörrautomaten werden die eingestellten 70 Grad fast erreicht (67 Grad), was ein sehr gutes Ergebnis ist. Im vorderen Teil erreicht der Dörrautomat teilweise jedoch nur knapp 60 Grad. Im Vergleich mit der Konkurrenz ist das immer noch ein gutes Ergebnis, aber das Versprechen eines gleichmäßigen Dörrergebnisses kann somit nicht vollständig eingehalten werden. Es gilt: Wer seine Dörrerzeugnisse lange aufbewahren will, sollte den Automaten entweder etwas länger laufen lassen oder – was besser ist – die Einschübe einmal pro Dörrvorgang umdrehen. Unsere Dörrerzeugnisse sind aber auch ohne diese Maßnahmen gut geworden.

Der erahnte Stromverbrauch wirkt auf den ersten Blick dank der 500 Watt Leistung hoch. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Dörrfläche auch groß ist. Manch kleiner Dörrautomat mit 250 Watt kommt auch nur auf die Hälfte dieser Fläche. Wir haben den Verbrauch auf der höchsten Stufe gemessen und kommen auf einen Stundeverbrauch von 0,49 kWh. Bei einem aktuellen Preis von etwa 29 Cent pro Kilowattstunde macht das stündliche Kosten von etwa 14 Cent – kein schlechter Wert für die Menge an Dörrgut.

Die Reinigung der Einschübe kann am einfachsten in der Spülmaschine stattfinden. Aber auch per Hand ist die Reinigung einfach und schnell geschafft – ein klarer Pluspunkt des Hendi Dörrautomaten.

Fazit

Der Hendi Dörrautomat ist im Preisbereich bis 150 Euro ein empfehlenswertes Gerät. Es gibt keine Kategorie, in der er enttäuscht. Sicherlich, eine Zeitschaltuhr wäre wünschenswert. Und sicherlich: Ganz exakt ist die Tempearturangabe nicht. Aber das findet man bei der Konkurrenz zu diesem Preis nicht besser vor. Zumal unser Testgerät in Sachen Verarbeitung, Dörrfläche und Bedienung ganz klar punkten kann. Damit ist der Hendi Dörrautomat für all jene eine gute Wahl, die etwas mehr zu dörren haben und ein grundsolides, wertiges Gerät suchen.

 

* Die Firma Hendi hat uns das Testexemplar zur Verfügung gestellt.

 

 

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Zuletzt aktualisiert am 16. Oktober 2018 um 20:38 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

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