8.1

Verarbeitung

6.0/10

Fassungsvermögen

7.0/10

Funktionen

8.5/10

Stromverbrauch

10.0/10

Preis-Leistung

9.0/10

Vorteile

  • Komplett aus Edelstahl
  • Wenig Stromverbrauch
  • Perfektes Preis-Leistungs-Verhätlnis

Nachteile

  • Wenig Power, keine gleichmäßigen Temperaturen
  • Keine Anzeige
  • Keine Temperaturen unter 50 Grad

Der Turbo BIO Metall Dörrautomat trägt sein wichtigstes Verkaufsargument schon im Namen. Er ist komplett aus Metall gefertigt – in dieser Preisklasse (bis 60 Euro) ein Alleinstellungsmerkmal. Wir testen das Gerät (14 l) auf Herz und Nieren.

Featureübersicht

Der Turbo setzt nicht nur beim Material auf Klotzen statt Kleckern. Auch bei den Features lässt er auf den ersten Blick wenig Wünsche offen. Eine flexible Zeitschaltuhr ist ebenso mit von der Partie wie eine Temperatureinstellung (beides ohne Anzeige). Bei näherem Hinsehen entpuppt sich die Temperatureinstellung aber als Schwachpunkt. Sie geht erst ab 50 Grad los. Rohkost-Liebhaber schauen in die Röhre. Ebenso wie Kräutertrockner. Denn niedrige Temperaturen beherrscht der TurboWave BIO Metall nicht. Dafür geht er nach oben bis 80 Grad. Das ist mehr als bei den meisten anderen Dörrautomaten. Freunde besonders knackiger Gemüsechips dürften sich freuen. Ob der 350 Watt starke Motor das schafft, wird der Test später zeigen.
Optisch erinnert der TurboWave an einen Minibackofen oder an eine Mikrowelle. Das Design ist dabei durchaus schick. Der Automat verfügt über 5 kleine Bleche bzw. Etagen für das Dörrgut. Zwei davon sind recht engmaschig, drei davon ähneln kleinen Backofenrosten. Äußerlich wurde ebenfalls Edelstahl verbaut, mit Ausnahme des Temperatur- und Zeitreglers. Der TurboWave für die Preisklasse kein hässlicher Vertreter. Der Lieferumfang ist zweckdienlich, ein kleines Rezeptheft liefert erste Inspirationen. Das Rezeptheft selbst beinhaltet nur wenige Rezepte – mit teilweise falschen Angaben. 1,3 Zentimeter dicke Äpfel sind beim Dörren niemals in 8 Stunden fertig (zumal die Gitterabstände nur 1,1 cm laut Hersteller betragen …). Auch die generellen Dörrangaben auf dem Gerät selbst sollte man überlesen – ohne die jeweilige Dicke kann man solch pauschale Aussagen nicht tätigen. Gerade für Dörranfänger (und genau für solche ist der TurboWave konzipiert) sind diese Angaben gefährlich.

Die Verarbeitung ist insgesamt gut. Lediglich bei den Gittern konnten wir leichte, wenn auch nicht gravierende Verarbeitungsmängel feststellen. Das etwas kurze Stromkabel darf man als Zugeständnis zum Preis verstehen.

Wie gut ist der TurboWave BIO Metall Dörrautomat?

Wir testen das Gerät im Hands-On-Test und machen eine Ladung Äpfel. Dabei fällt zunächst die wirklich kleine Dörrfläche auf. Die 14 Liter sind dabei keine gute Angabe für die Größe des Geräts. Das wäre eher die Dörrfläche, die wir ausmessen. Wir kommen auf 2900 cm², was weniger ist als die meisten anderen Dörrgeräte. Allerdings haben kleinere Dörrgeräte durchaus ihre Daseinsberechtigung und sind auch Publikumslieblinge, wie etwa der WMF Dörrautomat.

Wir befüllen das Gerät und stellen mit dem Schieberegler Temperatur und Zeit ein. Durch die fehlende digitale Anzeige ist das nicht 100%ig exakt möglich, was aber nicht weiter stört. Das Betriebsgeräusch des TurboWave BIO Metall säuselt los und erinnert wiederum an eine Mikrowelle. Es ist kein unangenehmes Geräusch und auch nicht sehr laut. Allerdings ist es deutlich wahrnehmbar.

Es gibt Dörrautomaten, die heizen von unten nach oben, dann gibt es Dörrautomaten, die heizen von hinten nach vorne – und dann gibt es den TurboWave BIO. Er heizt von rechts nach links. Was das wohl für die Temperaturverteilung bedeutet? Wir messen nach ein paar Stunden die Temperatur im Gehäuseinneren. Von den eingestellten 70 Grad erreicht er Rechts auf der mittleren Etage passable 66 Grad. In der Mitte ebenfalls in Ordnung gehende 62,5 Grad. Nur links sind es lediglich 52 Grad – kein guter Wert, der bedeutet, dass für ein gleichmäßiges Dörren Etagen getauscht werden müssen. Misst man nicht auf der mittleren, sondern auf der Unteren Etage, sind die Werte allesamt um etwa 5 Grad niedriger. Eine Diskrepanz von teilweise mehr als 20 Grad ist nicht wenig. Auch wenn wir auf 80 Grad hochdrehen, wird es nur bedingt besser. Trotzdem empfehlen wir allen Nutzern, bei Rezepten für 70 Grad 80 Grad einzustellen.

Nach 8 Stunden schauen wir uns den Stromverbrauch an. Der Dörrautomat hat 1,09 kWh verbraucht. Bei einem Strompreis von 29 Cent pro kWh sind das etwa 32 Cent. Pro Stunde ergeben sich damit Kosten von 4 Cent. Ein guter Wert, der auch  nur halb so hoch liegt, wie die Wattzahl vermuten lässt. Trotzdem muss man die geringen Stromkosten im Vergleich zur Fläche sehen. Wir rechnen und staunen: Mit 1,4 Cent pro m² muss sich der TurboWave keineswegs vor den großen Dörrautomaten verstecken. Im Gegenteil. Das ist ein Ergebnis der absoluten Spitzengruppe.

Wir schauen nach unseren Äpfeln und sehen, dass sich unser Verdacht bestätigt hat: Auf der rechten Seite schon fertig, benötigen die Äpfel auf der linken Seite noch eine gute Stunde, bis sie das auch von sich behaupten können. Die anschließende Reinigung geht dagegen einfach von der Hand. Die Gitter dürften sogar in die Spülmaschine.

Fazit

Das Verkaufsargument für den TurboWave sind seine Materialien. Das Gerät setzt tatsächlich komplett auf Edelstahl. In Zusammenspiel mit dem niedrigen Preis ergibt sich ein sehr attraktives Gesamtpaket. Gerade Dörranfänger, die Plastik misstrauen, kommen hier auf ihre Kosten. Der Stromverbrauch ist erstklassig niedrig. Das Design ansprechend. Würde der TurboWave BIO Metall  es schaffen, gleichmäßige Temperaturen zu erzeugen, wäre er das ideale Einsteigergerät. Was bleibt, ist ein für den Preis gutes Dörrgerät mit einigen herausragenden Stärken, aber einer gravierenden Schwäche. Natürlich muss man sich im Klaren sein, dass wir es nicht mit einem Premiumgerät zu tun haben. Relativ wenig Leistung, keine niedrigen Temperaturen und die geringe Dörrfläche sind ebenfalls keine Pluspunkte.

Letzten Endes ist es eine Priorisierungsfrage. Auf jeden Fall ist der TurboWave ein sehr interessantes Dörrgerät für kleinere Geldbeutel. Eine Alternative wäre der Klarstein Bananarama, der mehr Dörrfläche bei besserer Dörrleistung vereint. Der Haken? Er ist nur aus Plastik und auch noch über 15 Euro teurer. Man kann sich nur wiederholen: Es ist eine Priorisierungsfrage.

 

Die Firma STELER GmbH hat uns ein Testexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!