Lidl Silvercrest Dörrautomat

(Foto: Lidl)

Lidl bietet mit der Hausmarke Silvercrest einen Dörrautomat zum sehr günstigen Preis an. Aber wie gut ist das Gerät tatsächlich? Ich nehme den Silvercrest Dörrautomat SDA 350 A2 anhand des Datenblattes genauer unter die Lupe.

Was direkt auffällt: Sowohl die Maße, als auch die Optik und die technischen Daten erinnern sehr stark an den Aldi Ambiano Deluxe Dörrautomat, der ebenfalls knapp 30 Euro kostet. Ich habe für unseren Check leider kein Exemplar zum Test ergattern können. Meine Einschätzung des Lidl Dörrautomaten basiert auf meiner Erfahrung mit ähnlichen Geräten und dem durchaus aussagekräftigen technischen Daten des Dörrgeräts.

Was kann der Silvercrest Dörrautomat?

Auf dem Papier: eine ganze Menge. Die Temperatureinstellung ist flexibel zwischen 40 und 70 Grad Celsius anpassbar. Das ist eine ordentliche Bandbreite, die das Trocknen von den meisten Kräutern genauso erlaubt, wie das Trocknen von Obst, Gemüse oder auch Fleisch. Mit an Bord ist auch ein Timer, bei dem man die Dörrzeit auf bis zu 48 Stunden einstellen kann. Das Gerät schaltet sich danach automatisch ab – keine Selbstverständlichkeit in dieser Preisklasse. Die Bedienung des Lidl Dörrgeräts ist ähnlich wie bei vielen kleineren Dörrautomaten: Mit einer Start- und Resettaste (leider kein Touchscreen) dürfte die Bedienung recht reibungslos funktionieren.

Die einzelnen Dörretagen sind aus BPA-freiem Plastik und können sogar in der Spülmaschine gewaschen werden. Vielerorts wird mittlerweile von Plastiketagen abgeraten, einerseits aufgrund der Langlebigkeit, andererseits aufgrund von Umwelt- und Gesundheitsgründen. Für einen Preis von unter 30 Euro wäre es aber vermessen, eine Verarbeitung aus Metall zu erwarten.

Platzsparendes Leichtgewicht

Normalerweise sind Dörrautomaten groß und schwer. Der Lidl Silvercrest ist das Gegenteil. Er bringt gerade einmal 3 Kilogramm auf die Waage. Außerdem  ist er mit 33,4 x 35,5 x 22,4 cm (BxHxT) ein eher kleiner Vertreter seines Fachs. Die einzelnen Dörretagen haben einen Durchmesser von 33 cm mit einem kleinen Loch in der Mitte. Dadurch ergibt sich eine Dörrfläche von circa 3.500 cm² und 4.000 cm² – ein unterdurchschnittlicher Wert. Wer viel Dörrgut auf einmal herstellen will, sollte besser zu einem anderen Dörrautomaten greifen, und nicht zum Silvercrest von Lidl.

Schwach auf der Brust

Ein Dörrautomat ist nur dann gut, wenn er die voreingestellte Temperatur halten kann und austretendes Wasser schnell über die Luft “entsorgen” kann. Maßgeblich dafür ist das effiziente Arbeiten des Geräts und die Leistung in Watt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Geräte mit einer höheren Leistung diesen Job besser erledigen, als Dörrautomaten mit wenig Leistung. Die 350 Watt des Lidl Silvercrest liegen im unteren Bereich, wenn man diesen Wert mit anderen Dörrgeräten vergleicht. Meiner Erfahrung nach reicht diese Leistung oft nicht aus, um über alle Etagen gleichmäßige Temperaturen zu erzeugen. Will man ein gleichmäßiges Dörrergebnis, so kann es notwendig sein, während des Dörrprozesses einmal die Etagen zu tauschen. Wer gerne Rohkost (hier darf die Temperatur nicht über 42 Grad steigen) herstellen will, der sei außerdem gewarnt, dass es durchaus höhere Temperaturen als die eingestellten 42 Grad geben kann. Da es sich hier um eine Einschätzung aus der Ferne handelt, können wir dem Silvercrest Dörrautomaten aber auch nicht vorschnell verurteilen. Hier benötigt es Hands-On-Erfahrungsberichte, um diesen Punkt besser beurteilen zu können.

Fazit zum Silvercrest Lidl Dörrautomat

Mit einem Preis von unter 30 Euro ist das Gerät tatsächlich sehr günstig. Wer einmal in die Welt des Dörrens reinschnuppern will, kann das mit dem Silvercrest durchaus tun: Er bietet alle nötigen Funktionen und unterstützt die wichtigsten Dörr-Temperaturen. Zwar ist er klein und leicht und kann deswegen nicht viel Dörrgut gleichzeitig produzieren, aber auch das kann ein Vorteil für Anfänger sein, die ihren Dörrautomaten oft nicht gefüllt bekommen. Durch die geringe Leistung von 350 Watt dürfte der Stromverbrauch vergleichsweise moderat ausfallen. Ich habe jedoch bedenken, ob er die angegebenen Temperaturen konstant erreicht und halten kann. Eine Alternative wäre der TurboWave Bio für ca. 50 Euro, der zwar auch klein ist, aber immerhin nicht aus Plastik besteht. Wer gleich ein profesionellers Dörrgerät in Erwägung zieht, sollte sich unseren ausführlichen Dörrautomaten-Test durchlesen.