Mit dem richtigen Know-How ist Trockenfisch einfach selbst herzustellen. Wir verraten euch, wie ihr mit Backofen oder Dörrautomat einfach Fisch selbst trocknen und dörren könnt.

Wir konzentrieren uns in diesem Artikel auf die Trocknung im Dörrautomat (oder im Backofen). Wenn du Infos zur Herstellung an der Luft suchst, empfehle ich dir diesen Artikel.

Was für Trockenfischarten gibt es?

Seit dem Mittelalter ist Stockfisch ein präsenter Trockenfisch im öffentlichen Leben. Er wird traditionell an der Luft getrocknet, meist wird als Ausgangsprodukt Kabeljau oder Dorsch verwendet. Stockfisch ist nach der Trocknung sehr trocken und muss vor der weiteren Verwendung rehydriert werden. Sehr bekannt ist außerdem der Klippfisch, der vor dem Trocknen in Salzgare eingesalzen wird. Der hohe Salzgehalt sorgt dafür, dass der Fisch vor dem Verzehr gewässert werden muss. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Trockenfische, etwa der Katsuobushi aus Japan, der Bokkoms aus Südafrika, der Hakerl aus Island oder die Bombay Duck aus Indien.

Hygienisches Arbeiten geht vor

Um Trockenfisch selber herzustellen, ist sauberes Arbeiten Pflicht. Keime vermehren sich bis zu 40 Grad Celsius optimal, aber auch bei der angestrebten Trocknungstemperatur von 70 Grad Celsius überleben manche Keime. Deswegen rate ich dazu, den Fisch nach dem Dörren für 10 Minuten bei 125 Grad im Backofen zu legen.

Hygienisches Arbeiten beginnt aber schon davor: Handhygiene, saubere Messer und Schneideunterlagen – all das ist essenziell für lang haltenden Trockenfisch.

Welche Fische lassen sich gut trocknen?

Der Fisch sollte möglichst festes Fleisch haben, welches nicht direkt zerfällt. Außerdem sollte es ein möglichst fettarmer Fisch sein, da fettreicher Fisch sich getrocknet nicht sehr lange hält. Eine Ausnahme stellt hier lediglich Lachs dar, der mit seinen langen, grätenfreien Filetstücken sehr gut präpariert werden kann. Allerdings muss Lachs während der Trocknung sehr oft durch Abtupfen von austretendem Fett mit einem Küchenpapier oder einer Servierte vom Fett befreit werden. Besonders gut geeignet sind etwa Thunfische, Barsche, oder Kabeljau. Sogar Dosenthunfisch kann getrocknet werden, wenn er vorher gut gewässert wurde und der beim Dörren intensive Geruch nicht als zu störend empfunden wird.

Fettarme Fische und damit gut für die Herstellung von Trockenfisch geeignet:

  • Kabeljau
  • Flunder
  • Zackenbarsch
  • Schellfisch
  • Goldmakrele
  • Seeteufel
  • Barsch
  • Thunfisch
  • Wrackfisch/Kalmück
  • Seebarsch
  • Seezunge

Trockenfisch selber machen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die folgende Anleitung bezieht sich auf frischen Fisch. Eingefrorenen Fisch vor der Verarbeitung gut auftauen und entwässern.

1. Fisch häuten und entgräten.

2. (optional) Fisch einsalzen und 20 bis 30 Minuten ziehen lassen. Das entzieht dem Fisch Wasser und vereinfacht und beschleunigt den Trocknungsvorgang. Gerade für wasserreichen Weißfisch wie Kabeljau ist dieses Vorgehen empfehlenswert. Alternativ kann der Fisch über Nacht auch in Salzwasser eingelegt werden. In diesem Fall den Fisch danach gut abtrocknen.

3. In etwa 5 Millimeter dicke Scheiben oder längliche Stücke schneiden. Das klappt besonders gut, wenn man den Fisch vor dem Schneiden für etwa 20 Minuten in den Tiefkühler gibt.

4. (optional) Wenn eine Marinade gewünscht ist, Fisch zusammen mit der Marinade in eine Schüssel oder einen verschließbaren Gefrierbeutel geben und bis zu 12 Stunden einwirken lassen. Wenn in der Marinade eine sehr salzhaltige Komponente vertreten ist (etwa Sojasoße), kann der Fisch schnell zu salzig werden. In diesem Fall die Marinierzeit verkürzen. Natürlich kann der Fisch auch ohne marinieren gedörrt werden. Nach dem Marinieren gut abtropfen und abtrocknen.

5. Fisch auf den Dörretagen des Dörrautomaten ausbreiten. Am besten eine Dörrfolie verwenden. Nun bei 70 Grad Celsius so lange trocknen, bis der Fisch ledrig, hart aber noch biegsam ist. Keine Flüssigkeit sollte außen und im Inneren zu sehen sein.

6. Backofen auf 125 Grad Celsius vorheizen und den getrockneten Fisch mindestens 10 Minuten auf einem Backblech in den Ofen geben, um noch lebende Keime abzutöten. Danach abkühlen lassen.

7. Den gedörrten Fisch an einem trocknen, nicht zu warmen Ort luftdicht verpackt aufbewahren.

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Zum Autor und Buch:
Hi, ich bin Till! Als langjähriger Betreiber der Website richtig-dörren.de habe ich schon so gut wie alles gedörrt – und dabei reichlich Dörr-Erfahrung gesammelt. Die letzten Monate habe ich intensiv Rezepte für leckere Rezepte für Trockenfleisch und -fisch getestet. Das ist das Ergebnis. Viel Spaß!